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Fülle und samtige Leere

6. Juni 2019

Ein längerer Zeitraum, in dem nichts geschrieben wurde….das Schöne daran: soviel Wandel und Veränderung ist passiert!

Eine komplett neue Regierung unter einer Bundeskanzlerin, eine EU Wahl, bei der die Jugend(nicht nur!) ganz massiv und auffällig sehr grün gewählt hat, ein Frühling, der sich zu einem Sommer entwickelt hat, ein Garten, in dem es blüht und gedeiht, duftet und wuchert. Viele Gedanken und Gespräche, Begegnungen und Berührtheiten. Ein wahnsinnig schöner Abend mit Musik und Text zu Rosa Luxemburg, ein schöner Film über den Radiosender Ö1, spannende Prüfungszeiten, Reisepläne, Porträts die zerstört und wieder genäht wurden, ein Sehen und Erkennen an einem Workshoptag, Grillenzirpen und Fledermäuse des Abends und samtige Sternennächte…..

Ja, ein sattes Leben in Fülle und in großer Bandbreite….

 

Wir können Frühling

28. März 2019

Seit einer Woche ist kalendarischer Frühling – und hier findet sich noch kein einziger Blogeintrag….Und das, obwohl ich diese Zeit wirklich liebe. Ich mag diese Vielfalt an Grün, das Durchbrechen von Frühblühern jeglicher Farbe, die Stimmung von Aufbruch, das Flirren der geballten Energie bevor die Natur geradezu explodiert. Anders lässt sich eine kurz vor dem Aufblühen stehende Magnolie irgendwie nicht beschreiben – da ist Macht, da ist Kraft, da ist die Lust des Lebens am Leben selbst.  Ja, das mag ich wirklich.

Dann sind da noch all die Phänomene unserer Gegenwart: Kinder und Jugendliche, die sich ihre Zukunft zur eigenen Sache machen wollen und befinden, dass diese lahme Klimapolitik geändert werden muss: die Lust des Lebens am Leben selbst.

Singende “Omas” auf Demos und in Wirtshäusern, entschlossener werdender Widerstand gegen die menschenverachtende, nationalistische, rassistische, demagogische Sprache und “Kurz- sichtigen” Aktionen unserer Regierung, die  geballte Inspiration, die von den Sprecherinnen des “Pioneers of Change” und “Education of Change” Online Summits kommt, ein oberösterreichischer Karikaturist und Künstler, der vor Lehrerinnen seine “Schule des Ungehorsams” vorstellt.

Zellen des Aufbruchs, die sich vernetzen und einen Wandel vorantreiben, der not tut wie ein Stück Brot.

Das ist der Frühling: wir kennen ihn, wir können ihn, ich liebe ihn. Er ist da!

Frühlingsgeschenke

19. Februar 2019

Der Früh-ling wird seinem Ruf gerecht und zeigt sich (zu) früh heuer. Ahnend, dass da noch einmal Kälteperioden kommen können, ist der Genuss über soviel Sonne und ausreichend Wärme groß. Die Schneeglöckchen sagen schon Hallo, der Wald flüstert und räkelt sich im Sonnenlicht, der Bach plätschert, als wäre es nie anders gewesen.

Arbeitsreiche Wochen waren das und ein paar Ferientage sind ein willkommener Luxus. Gleich nach dem Wachwerden lesen, Mittags in den Winter fahren und  langlaufen gehen, Nachmittags den Kaffee auf dem Balkon trinken und Liegengebliebenes im eigenen Tempo und nach Lust und Laune aufarbeiten.

Was sich gerade deutlich zeigt, sind Netzwerke, die halten und Resonanz geben, das Reifen von Ideen, die schon lange bebrütet werden und Fragen, die sich auf unterschiedliche Weise dem Thema “Wie will ich leben?” annähern.

Dabei sein und dabei bleiben.

Kleiner Erkenntnisschub mit Wirkung

24. Jänner 2019

Immer wieder gibt es Momente die glücklich machen. Es sind jene, ganz verschiedenen Momente, die meine innere Beteiligung haben, wenn Eigenpräsenz und Weltpräsenz zusammenfallen, wie mit einem “Klick” zusammenrutschen. “Klick” und “Glück” sind ja verwandt.

Da gibt es selbstgenügsame Momente und Momente voller Resonanz, selbstvergewissertes in Ordnung sein und in Frage stellendes aus der Fassung springen, welches neue Räume und Weiten auftut. Wissen und Spüren, dass da soviel ist und Dankbarkeit darüber. Und beinah gleichzeitig eine großes Verlangen nach Neuem, nach Veränderung, nach Herausforderung, nach Wachstums- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Und alles ist da und kommt auf mich zu. Ohne Angst und mit Zuversicht sich selbst und das Leben in Empfang nehmen.

 

Träume – Inspiration – Sortierung

19. Jänner 2019

Seit es immer wieder einen Sonnentag gibt, zeigt sich die Ahnung, dass Lichtmess nicht mehr weit ist. Gut ist das!

Noch immer liegt die Frage in der Luft: Was soll sein und werden in diesem Jahr? Was verdient Zuwendung und Aufmerksamkeit, Planung und konkretes Handeln? Was darf sich verändern? Was darf weitergehen und auslaufen, ohne mit weiterer Energie und Aufmerksamkeit gefüttert zu werden? Die ersten Reisepläne werden geschmiedet…Frankreich ist gerade aus unterschiedlichen Gründen hoch im Kurs.

In diesem Sinne ein Buchtipp und ein Filmtipp:

“Die Schönheit der Nacht”  – ein Roman von Nina George

“Le Grand Bal – das große Tanzfest” ein Dokumentationsfilm mit weitem und detailverliebtem Blick, mit schöner Sprache und einer unbändigen Lust am Tanzen und Leben und wunderbarer Musik (und in meinem Fall mit einem fantastischen und sehr verbundenen Kinopublikum, das nicht und nicht gehen wollte :-)….)

Raunachtsabschied

7. Jänner 2019

Nun ist sie um – die Raunachtszeit, die Zeit des Rückzugs, der Pause, der Herausgenommenheit aus dem üblichen Getriebe. Hat gut getan:  die Reduktion, das Nicht-müssen macht innerlich ein bisschen freier.

Nun darf nach Herzenslust und ohne Überforderung erträumt werden, was das Jahr so bringen könnte. Visionen auf die Waage legen, mit Leichtigkeit aufwiegen , verwerfen, umschichten, den Phänomenen Sog, Druck, Schub nachspüren und eine feine Mischung wählen und austarieren- dafür ist bis Lichtmess Anfang Februar Zeit.

Die Dankbarkeit für ein gutes soziales Netz ist groß, der Wunsch nach mehr Menschenfreundlichkeit und weniger Bemessung und Beschneidung ebenfalls. Aufmerksamkeit und Achtsamkeit ist gefordert und die Zuversicht will kultiviert werden. Die Bedingungen für künftige Wirklichkeiten entstehen im eigenen Herzen.

 

 

Wintersonnwend

22.12.2018

Empfindsame Tage, lange Nächte, die Wintersonnwendzeit ist da, mit einem Vollmond noch dazu. Einbremszeit vor Weihnachten ist schon was Feines. Für Schlaf sorgen, das Gemächliche zelebrieren, ein bisserl “Nestln”. Die Vorbereitungen im eigenen Tempo machen, den “Hudriwudri” in den Arm nehmen und ein bisschen beruhigen.

Die viele Dunkelheit erschwert das Sehen, macht das Hören und Spüren zu einer Not-Wendigkeit. Und alles ein bisschen langsamer und aufmerksamer als sonst.

Habt eine feine Zeit, ihr Menschen da draußen, seid gut zu euch und zu den anderen. Dem Licht eine Bühne geben, dem kleinen Licht.

 

 

 

 

Ein Engel meint es gut

7. Dezember 2018

Die propagierte stillste Zeit im Jahr zeigt sich (wieder einmal) in einer Dichte, die ihresgleichen im Jahresverlauf sucht. Die Termine drängen sich und die Notwendigkeiten, als gäbe es nach Weihnachten keine Zeit mehr  und kein Weiterleben…. Dieses tiefe Bedürfnis abzuschließen, fertigzubringen, einzuziehen (ein Hallo an alle HäuslbauerInnen und RenoviererInnen! ) hat vermutlich damit zu tun, dass wir Platz schaffen wollen für das Neue, das Licht, das sich ankündigt und niederlassen will, für die Zeit des Erträumens  eines neuen Jahres.

Der Witz und die Krux dabei: Weiterradeln schafft weder Zeit noch Raum. Auf- hören (auf- horchen) ist in diesem Zusammenhang das Gebot der Stunde und Herausforderung gleichermaßen. Nicht dass ich darin besonders gut wäre – so rede ich mir selber gut zu und bin mir Aufforderung: hör auf, hör hin, hör zu!

Klingt streng!

Hör auf dich, hör hin zu deinem Herzen, hör deiner inneren Stimme zu – sagt der Engel – sehr sanft und gar nicht streng. Und findet ein Gedicht.

 

In erschreckender

Sanftheit

senkt der Abend

sich

mit dem Steigen des Mondes

sinke auch ich

umfangen

von Dunkelheit

 

Die Nacht

sie kleidet mich

darin beweg ich mich

gut und gerne

 

meinem Grund zu

meinem Boden

 

Worte

Gelächter

Gerede

Gerüchte

 

Sie bilden den

glitzernden

Sternensaum

meines

indigoblauen

Nachtkleids

 

Alltagswunder

27. November 2018

Achtsamkeit üben ist ein Abenteuer- ohne Reisen, ohne Kick, ohne Haben wollen, ohne Getriebenheit. Innenräume, Welt, Beziehungen, Natur, der eigene Körper erschließen sich in einer Tiefe und Fülle, die zum Staunen und zur Freude verführt. Die Verführungen des “Schneller, Höher, Weiter, Mehr” werden gänzlich uninteressant und wirklich absurd.

Das Wunder des Atmens, das Wunder der Schwerkraft, das Wunder des Gehens – jeden Tag, umsonst – aber nicht umsonst.  Noch selten habe ich mich so am Gehen erfreut, wie in den letzten Tagen, eine sinnliche Erfahrung für den gesamten Leib.

Ein Gedicht von Christine Lavant….

Seit heute, aber für immer weiß ich: 

Die Erde ist wirklich warm

Ich gebe der Nessel den Brand zurück

und dem Igel die Stacheln

Seit heute ist alles mein Schutzpatron

und die ganze Welt ist eine Weidenwiege

darin der Windstoß uns zusammenschaukelt

und unseren Atem verknotet                             

 

 

Im-puls

15.11.2018

Die Sache mit den Impulsen, die oft, meist unverhofft und unerwartet, mit einem Tempo und einer Deutlichkeit da sind und ungezügelt ins Freie drängen.

Und ich in meiner Stellungnahme dazu höchst ambivalent.

Zum einen: Impulse unterdrücken – nicht mein Ding. Dazu geben sie viel zu deutlich (und manchmal un-erhört) Auskunft über den Zustand meines Inneren. Ein bisschen sind sie wie Träume – halt nicht so dezent – und sind Botschaften der Seele an sich selbst. Und wollen wahrgenommen  werden und halt einfach raus.

Zum anderen: fürs Wahrnehmen bin ich manchmal zu langsam, manchmal zu wenig im Moment, manchmal zu wenig beheimatet in mir. Dann ist der Impuls ohne Filter, ohne Nachspüren, ohne richtig bemerkt zu werden schon in der Welt und  – naja, nicht immer hilfreich. Hinterlässt Schrammen, Wunden, Irritationen und Falten, die dann wieder nach einem Bügeleisen verlangen, das das Ausbügeln theoretisch möglich macht, praktisch aber meistens dazu noch einen Brandfleck hinterlässt. Eher so wie ein Rettungseinsatz, der über den Unfall noch drüberfährt.

Zum Versuchen: Puls. Im-Puls. Was da so plötzlich, so deutlich da ist, als Betonung verstehen, als Akzent in der Gegenwart, als Lebenszeichen, als Aufforderung für einen tiefen Atemzug, als energische Lebendigkeit, als wildgewordener Herzschlag des Un-Erhörten.

Ja, ich seh dich, ich bemerk dich, ich atme dich tief ein und aus.

Und widerstehe dem Reden und Tun.

 

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