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Eincremen und Einreiben

3. Dezember 2020

Was uns im Moment intensiv herausfordert ist das Fehlen von Berührung und (Körper-) Kontakt.

Sich bewusst selbst zu berühren und den Kontakt mit der eigenen Haut zu kultivieren, ist ein Akt der Selbstliebe und eine Würdigung unseres leiblichen Seins.

Das Eincremen eignet sich dazu, die Wahrnehmung zu schulen: Wo ist meine Aufmerksamkeit? Bei der haptischen Empfindung meiner Hand oder beim taktilen Eindruck meiner Hand auf meiner Haut? Das Schließen der Augen kann das Spüren intensivieren und den Genuss erhöhen. Auch der Geruch und die Konsistenz der Creme, des Öles, der Lotion ist nicht unwesentlich. Finde ein Produkt, dessen Geruch dich anspricht und dich glücklich macht. Besorge ein gutes Basisöl (Sesamöl, Mandelöl, Avocadoöl, Aloeveraöl,…)und aromatisiere es selbst mit ätherischen Ölen. Lass deine Nase wählen, lies über Wirkung von ätherischen Ölen nach. Verabschiede dich von 0815- Düften und sei neugierig, wie sich der Geruch auf deiner warmen Haut verändert.

Manchmal oder für manche Menschen reizvoller, ist der intensivere Taktilreiz beim Einreiben, Abreiben oder Bürsten. Ein Leinentuch, ein Waschlappen, eine Bürste macht uns unsere Grenze und unsere Oberfläche ganz bewusst. Es fördert die Durchblutung und lässt uns aktiviert, wach und belebt in Kontakt mit der Welt treten.

LEB!kuchen

2. Dezember 2020

Seit ein paar Jahren (genau gesagt nach meiner ersten Begegnung mit Ursula Seghezzi) birgt der frühwinterliche Lebkuchen einen Appell. Er ist die sich einzuverleibende Aufforderung, aus ganzem Herzen zu leben. Ohne Wenn und Aber, ohne Aufschub.

Deswegen ist er seit einigen Jahren eine absolute Not-Wendigkeit – spätestens zu Beginn des Advents. Wenn- wie jetzt – das Leben so eingeschränkt scheint, wenn Menschen sich viel zu früh aus dem Leben verabschieden, wenn sich ein bitterer Schmerz im Zwerchfell festsetzt, wenn  vielen Fragen viel zu wenige Antworten gegenüberstehen, wenn klar ist, dass das Leben mit seinen Verlusten uns ein Stück Fügung und Demut abverlangt, dann kann eine Tasse Tee und der weiche, nach würziger Wärme schmeckende Leb!kuchen eine Ahnung von Trost, eine inwendige Milde-Insel sein, die den Einschlag des Seelen-Wehs ein wenig abfedert.

Medizin- etwas einnehmen, etwas annehmen, das uns, nach ein paar Balancebewegungen und Ausschlägen in die eine oder andere Richtung, in die Mitte bringt.

(Kein Arzt oder Apotheker informiert über die Nebenwirkungen von Roggenmehl, Honig und Gewürzen.)

Wassergüsse und Wechselduschen

1.Dezember 2020

Schon lange ist bekannt, dass Wasser und der Wechsel zwischen Wärme- und Kältereiz, Kreislauf und Stoffwechsel aktiviert und vor allem den Gefäßen guttut. Der Körper wird auf die Temperaturschwankungen der kalten Jahreszeit vorbereitet, das stärkt das Immunsystem.

Im Sommer ist es uns meist weniger Herausforderung, in kühles oder kaltes Wasser zu tauchen. In der kühlen Jahreszeit braucht es ein wenig Überwindung, ein bisschen Wissen und die Erfahrung, wie gut ein kalter Guss tut.

Wichtig ist ein durchgewärmter Körper mit warmen Händen und Füßen, möglich ist dann, sich z.B. nach einer warmen Dusche, an die Herznähe heran zu gießen:

Rechtes Bein bei der kleinen Zehe beginnend, an der Außenseite des Beines mit kaltem (zu Beginn kühlem) Wasser langsam nach oben wandern, über die Pobacke in die Leiste und an der Innenseite des Beines bis zur großen Zehe duschen, linke kleine Zehe, Außenseite des Beines, Pobacke, Leiste, linke große Zehe.

Rechter kleiner Finger an der Außenseite des Armes, übers Schultergelenk zur Innenseite des Armes zum rechten Daumen. Nun zum Schluss linker kleiner Finger an der Außenseite des Armes ans Schultergelenk heran, auf die Innenseite des Armes wandern und bis zum linken Daumen gießen, dann evt. noch das Gesicht kalt abduschen (laut Kneipp der „Schönheitsguss“).

Warum sich Wechselduschen ausgeliefert sehen, wenn man sie sich aus selber geben kann?

So etwas wie ein Adventkalender: Das kleine Immunglück

26. November 2020

Ich vermisse schon seit dem Frühjahr und der Veränderung unserer Welt durch einen Virus das Nachdenken über eine Stärkung dieses Systems in unserem Körper, das für derlei Begegnungen gebaut und gemacht ist- unser Immunsystem.

Es gibt Wörter, die andere Geschichten und Erzählungen provozieren, als jene, die uns täglich erzählt werden: Prävention, Salutogenese, Resilienz. Es ist erstaunlich wenig darüber zu hören.

Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass mich bei einem guten und gestärkten Immunsystem kein Virus erwischen kann, wir haben es ja mit äußert kontaktfreudigen und die Begegnung liebende Viren zu tun. Aber ich bin absolut der Meinung, dass Dinge, Aktivitäten, Anwendungen die meinem Immunsystem zuträglich sind, mir als ganzer Person gut tun und mich an die Lebendigkeit anbinden. Und ein gestärktes und lebendiges Immunsystem wird mit dem Virus auch anders tanzen können.

Wir können krank werden, wir können gesund werden – das ist Teil unseres Lebens, diese Erfahrung haben wir schon öfter gemacht.

Dass wir auch daran sterben können ist ebenso Teil unseres Lebens. Dieser Teil der Geschichte ist aber im Moment überwiegend die große Erzählung.

Ich möchte mich auf den anderen Teil fokussieren und plane ein Art Adventkalender mit dem Titel „Das kleine Immunglück“.

In einem System (dem Immunsystem) gibt es mehrere Zusammenspieler, da darf mit so etwas wie „Schwarmintelligenz“ gerechnet werden. Damit gibt es eine ganze Menge Ansatzpunkte, die auf das System zurückwirken.

Hier in diesem Blog wird also ab 1. Dezember täglich ein kleiner Beitrag für unser Immunsystem und unser kleines Alltagsglück zu finden sein. Das werden keine durchschlagenden und absolut neuen Ideen, eher kleine Wieder-Erinnerungen, sogenannte „Re-Minder“ sein.

Ich lade dich ein, dich zu bedienen, dich anstecken zu lassen, dir Gutes zu tun, deinen Fokus vielleicht ein wenig zu verschieben.

Schau vorbei!

Vielschichtigkeit durchwandern

8. Oktober 2020

Die Alltage sind fordernd, noch ein wenig komplexer als sonst, unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Bedürfnisse, unterschiedliche Haltungen zu den Kronenviren und den damit einhergehenden Maßnahmen. Sich in dieser Vielschichtigkeit zu bewegen, benötigt Wahrnehmungsfähigkeit, Flexibilität und Reaktionsfähigkeit, bei gleichzeitigem Update der eigenen Haltung, die auch alles andere als klar, eindeutig und unumstößlich ist. Die Meinungsbildungsprozesse sind “fluid”, die Haltung entsprechend beweglich. Ein paar Faktoren aber bleiben: dem Leben (und auch Viren sind Lebewesen) ist nicht mit Kontrolle beizukommen, Angst ist kein guter Ratgeber, Verbundenheit zu kultivieren hilft dem Immunsystem und die von Zeit zu Zeit gestellte Frage: was macht mich gesund, was hält mich gesund?

Meiner Gesundheit zuträglich: Kontakt mit Menschen, denen ich mich verbunden fühle, Lachen, Zeiten von “Nichts” (Stille, allein sein), guter Schlaf, Natur- und Kulturbegegnung, Musik, gute Geschichten, guter Kaffee, gutes Essen, Zufälle (Orakel, die das Leben so vorbeibringt) z. B. (Aufzählung ist unvollständig).

Bühnenstücke

21. September 2020

Kühle, prächtige Herbstmorgen, die sich untertags noch einmal dem Sommer anverwandeln und uns glauben machen wollen, dass der Sommer unendlich ist. Wissen und Sehnsucht schließen sich nicht selten aus und so hänge ich dem Traum nach, dass der Sommer noch ein wenig bleibt, er tröstet einfach über so manches an Seltsamkeit und Zweifel hinweg und ummantelt samten das Herz. Das große Üben von “Hier und Jetzt” geht weiter. Eine Woche ist der maximale Planungszeitraum, mehr ist nicht drin. Die Stunde der Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit, der Entscheidungsfreude und womöglich des Lustprinzips hat geschlagen. Die Freude nicht mehr aufschieben, ihr Raum geben, ihr den Auftritt gestatten, sie kauft den Widersprüchen die Schneid ab, die sich mit ein wenig mehr Raum auch wohler fühlen, um miteinander warm zu werden.

Die inneren Bühnen verlangen ihr Publikum ebenso wie die äußeren sich danach sehnen….Der EigenSinn fröhnt der Performance.

Und wieder: Herbst

3. September 2020

Nicht nur das Licht, die Temperaturen und das Rascheln unter unseren Füßen sagt es uns. Auch der rasche Wechsel zwischen Sattheit, Tomatenflut und Ernteambitionen und einer tiefen und schlagartigen Melancholie, Fragwürdigkeit und dem Erschrecken über den Sinkflug, der längst eingesetzt hat, erzählt davon: der Herbst ist da. Nicht nur als Ankündigung, sondern als Tatsache und höchst ambivalente und herausfordernde Zeit. Diese Erkenntnis fühlt sich gerade an wie ein Kater nach einem lustigen und schönen Fest – wenigstens ist klar, woher er kommt…..

An-erkennen, was ist: Sinkflug, Frag-würdigkeit, Melancholie. Nicht mehr und nicht weniger.

Der Eigen-Sinn der Wolfsfrau

25. August 2020

Meiner Wolfsfrau („La Loba“) am gefährlichsten ist die überall lauernde Ablenkung.

Besonders die Ablenkung des Bezogenseins, die sofort wirkt, wenn jemand anderer die Szenerie betritt. Der Kontakt zu meinem inneren Fluss, meinem Flow reißt augenblicklich ab, weil Außen Innen immer toppt.

Ich möchte das nicht mehr.

Meine Sehnsucht ist, dass ich mit meinem La Loba – Flow verbunden bleiben kann, solange ich will, und nur ich entscheide, wann es Zeit ist, mich nach außen, zu einer anderen Person hin zu beziehen. Ich war viel zu lange außer mir und finde es gerade so gut mit mir und in mir in Schwingung zu sein, meinen Eigen-sinn zu aktivieren.

Meine Träume haben gerade auch ganz viel mit Schwingungen zu tun, mal tönen sie wie slowenische Volkslieder, innig, schwermütig, mehrstimmig, in satten Brauntönen, mal geht es um märchenhafte Landschaften, die ans große Wasser grenzen und immer wieder auch überschwemmt werden, Menschen in luftig- fantasievollen, libellenartigen, schillernden Kostümen in Blau- Grün-Türkis-Tönen, die freimütig und freizügig aufeinander bezogen sind und die ich durch mein linkes Ohr träume, so als würden die Träume direkt mein Trommelfell in Schwingung versetzen.

So wenig Planung, so viel Agieren aus dem Augenblick wie nur irgendwie möglich, das nährt, macht Sinn, bringt das eigene Innenleben zum Leuchten. Eigensinn bestimmt die Tage.

Fliehkräfte und Medizin

19. August 2020

Vom Unterwegssein zurückgekehrt daheim durch die Tage mäandern, ein bisschen wilder, forschender und abenteuerlustiger als eine “Hausfrau”.

Dem Reisen hat das Einüben ins Nicht-wissen auch gut getan: die Tage, Gegenden, Menschen, Orte, Ereignisse entspannt auf mich zukommen lassen und nicht erobernd darauf “Zustürmen”- wieviel Druck wegfallen kann, wenn es möglich ist, sich in der Zeit JETZT einzurichten. Nicht direkt ein neuer Gedanke, aber viele kleine Bestätigungserfahrungen im Handgepäck, das macht Freude!

Die Wandel – und Wechselprozesse erfassen im Moment jeden Bereich und befeuern und feiern einander. Dafür braucht es starke Medi-zin, die mich in die Mitte bringt und in mir verankert: Nicht mehr und nicht weniger als “Die Wolfsfrau” ist adäquat für derlei. Kraftvolle Geschichten, die einer das Fleisch auf die Knochen drückt, damit die Fliehkraft zwar das Unnötige wegreißt, aber der Kern zusammenbleibt. Durchschütteln, was ohnehin durchgerüttelt ist, mit der Wildheit, der Abenteuerlust und der Kraft mittanzen erscheint sinnvoll.

Geht grad. Mach ich.

Reisezeit ins Nicht-Wissen

6. August 2020

Morgen beginnt auch das äußerliche Unterwegssein. Heuer habe ich Respekt davor, nicht einfach nur Fernweh und Reiselust. Die Vorbereitungszeit ist kurz, die Lust am Aufbruch hält sich in Grenzen. Das ist alles ein bisschen seltsam und irritierend. Selbstirritation ist mir nach den letzten Jahren vertrauter, das Erstaunen darüber, welche Bereiche das zu erfassen beginnt, dann doch immer wieder groß. Je länger ich mich kenne, je besser ich mich kennenlerne, desto weniger weiß ich über mich – kommt mir manchmal vor. Höchst paradox, das alles. Das Potential zur Selbstüberraschung ist also demnach groß. Wie wenig ich eigentlich weiß……

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