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Reisebeeindruckt und erkenntnisverarbeitend

19. August 2019

Viel unterwegs gewesen in den letzten Wochen, voller Eindrücke auf der Netz- und Herzhaut und recht glücklich darüber, dass jetzt Zeit ist, die Dinge nachklingen und nachwirken zu lassen.

“Musterhaftigkeit” in zweierlei Hinsicht beschäftigt mich gerade: die Muster, die sehr früh unser Leben prägen und die bei mir auf Reisen sehr deutlich zutage treten UND dieses seltsame Verlangen, einen guten (“musterhaften” ) Eindruck zu machen und möglichst nicht mit den Erwartungen der anderen zu brechen, obwohl das Verlangen danach oft mindestens genau so groß ist. Mich und meine Bedürfnisse wahrnehmen, ernstnehmen und adäquat deponieren.

Hatten wir das nicht schon mal?

Lose Aufzählung diverser Eindrücke: Fantastische Pflanzen- und Tierbegegnungen auf Isola Madre im Lago Maggiore, Rheinbaden und der unvermeidliche “Wickelfisch” in Basel, die Kathedralen von Vezlay, Fontenay, Freiburg, die romanische Kirche San Michele  aus Flußsteinen gebaut in Oleggio, das nächtliche Canobbio, der Maloja-Pass und eine uralte Ansiedlung an der Via Bregalia, morgendliches Schwimmen, wohlschmeckende Picknicks, frische Croissants und Cornetti und super Kaffee, französischer Käse, frische Feigen, guter Wein.

Und zuhause: ein feines Bettchen, eine tägliche Dusche mit warmem Wasser, frische sonnenwarme Tomaten von der Staude, Zucchini, Paprika, Hängematte und Lesestoff,  ein jederzeit aufgeladenes Telefon….ein seeeeehr komfortables Sein ohne akutes Fernweh…..

Wege vom Müssen zum Lassen- die Richtung weisen

10. Juli  2019

     MÜSSEN

     MESSEN

anMASSEN

     FASSEN

     LASSEN

          Der Weg vom Müssen

zum Lassen

ist kein einfacher

Er führt durch die

Untiefen des Vergleichs

und der Selbsterkenntnis

Es gilt

das Wesentliche zu erfassen

und

loszulassen

MÜSSEN

KÜSSEN

KISSEN

FLIESSEN

FLOSSEN

FASSEN

LASSEN

Das Müssen

küssen

sich etwas länger den Kissen

und Pölstern widmen

in den Tag hineinfließen

die Auflösung von Zeit und Struktur ertragen

die immertätigen Hände

in Flossen verwandeln

schwimmen

das Verflüssigte fassen

sodann

es lassen

 

Fülle und samtige Leere

6. Juni 2019

Ein längerer Zeitraum, in dem nichts geschrieben wurde….das Schöne daran: soviel Wandel und Veränderung ist passiert!

Eine komplett neue Regierung unter einer Bundeskanzlerin, eine EU Wahl, bei der die Jugend(nicht nur!) ganz massiv und auffällig sehr grün gewählt hat, ein Frühling, der sich zu einem Sommer entwickelt hat, ein Garten, in dem es blüht und gedeiht, duftet und wuchert. Viele Gedanken und Gespräche, Begegnungen und Berührtheiten. Ein wahnsinnig schöner Abend mit Musik und Text zu Rosa Luxemburg, ein schöner Film über den Radiosender Ö1, spannende Prüfungszeiten, Reisepläne, Porträts die zerstört und wieder genäht wurden, ein Sehen und Erkennen an einem Workshoptag, Grillenzirpen und Fledermäuse des Abends und samtige Sternennächte…..

Ja, ein sattes Leben in Fülle und in großer Bandbreite….

 

Wir können Frühling

28. März 2019

Seit einer Woche ist kalendarischer Frühling – und hier findet sich noch kein einziger Blogeintrag….Und das, obwohl ich diese Zeit wirklich liebe. Ich mag diese Vielfalt an Grün, das Durchbrechen von Frühblühern jeglicher Farbe, die Stimmung von Aufbruch, das Flirren der geballten Energie bevor die Natur geradezu explodiert. Anders lässt sich eine kurz vor dem Aufblühen stehende Magnolie irgendwie nicht beschreiben – da ist Macht, da ist Kraft, da ist die Lust des Lebens am Leben selbst.  Ja, das mag ich wirklich.

Dann sind da noch all die Phänomene unserer Gegenwart: Kinder und Jugendliche, die sich ihre Zukunft zur eigenen Sache machen wollen und befinden, dass diese lahme Klimapolitik geändert werden muss: die Lust des Lebens am Leben selbst.

Singende “Omas” auf Demos und in Wirtshäusern, entschlossener werdender Widerstand gegen die menschenverachtende, nationalistische, rassistische, demagogische Sprache und “Kurz- sichtigen” Aktionen unserer Regierung, die  geballte Inspiration, die von den Sprecherinnen des “Pioneers of Change” und “Education of Change” Online Summits kommt, ein oberösterreichischer Karikaturist und Künstler, der vor Lehrerinnen seine “Schule des Ungehorsams” vorstellt.

Zellen des Aufbruchs, die sich vernetzen und einen Wandel vorantreiben, der not tut wie ein Stück Brot.

Das ist der Frühling: wir kennen ihn, wir können ihn, ich liebe ihn. Er ist da!

Frühlingsgeschenke

19. Februar 2019

Der Früh-ling wird seinem Ruf gerecht und zeigt sich (zu) früh heuer. Ahnend, dass da noch einmal Kälteperioden kommen können, ist der Genuss über soviel Sonne und ausreichend Wärme groß. Die Schneeglöckchen sagen schon Hallo, der Wald flüstert und räkelt sich im Sonnenlicht, der Bach plätschert, als wäre es nie anders gewesen.

Arbeitsreiche Wochen waren das und ein paar Ferientage sind ein willkommener Luxus. Gleich nach dem Wachwerden lesen, Mittags in den Winter fahren und  langlaufen gehen, Nachmittags den Kaffee auf dem Balkon trinken und Liegengebliebenes im eigenen Tempo und nach Lust und Laune aufarbeiten.

Was sich gerade deutlich zeigt, sind Netzwerke, die halten und Resonanz geben, das Reifen von Ideen, die schon lange bebrütet werden und Fragen, die sich auf unterschiedliche Weise dem Thema “Wie will ich leben?” annähern.

Dabei sein und dabei bleiben.

Kleiner Erkenntnisschub mit Wirkung

24. Jänner 2019

Immer wieder gibt es Momente die glücklich machen. Es sind jene, ganz verschiedenen Momente, die meine innere Beteiligung haben, wenn Eigenpräsenz und Weltpräsenz zusammenfallen, wie mit einem “Klick” zusammenrutschen. “Klick” und “Glück” sind ja verwandt.

Da gibt es selbstgenügsame Momente und Momente voller Resonanz, selbstvergewissertes in Ordnung sein und in Frage stellendes aus der Fassung springen, welches neue Räume und Weiten auftut. Wissen und Spüren, dass da soviel ist und Dankbarkeit darüber. Und beinah gleichzeitig eine großes Verlangen nach Neuem, nach Veränderung, nach Herausforderung, nach Wachstums- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Und alles ist da und kommt auf mich zu. Ohne Angst und mit Zuversicht sich selbst und das Leben in Empfang nehmen.

 

Träume – Inspiration – Sortierung

19. Jänner 2019

Seit es immer wieder einen Sonnentag gibt, zeigt sich die Ahnung, dass Lichtmess nicht mehr weit ist. Gut ist das!

Noch immer liegt die Frage in der Luft: Was soll sein und werden in diesem Jahr? Was verdient Zuwendung und Aufmerksamkeit, Planung und konkretes Handeln? Was darf sich verändern? Was darf weitergehen und auslaufen, ohne mit weiterer Energie und Aufmerksamkeit gefüttert zu werden? Die ersten Reisepläne werden geschmiedet…Frankreich ist gerade aus unterschiedlichen Gründen hoch im Kurs.

In diesem Sinne ein Buchtipp und ein Filmtipp:

“Die Schönheit der Nacht”  – ein Roman von Nina George

“Le Grand Bal – das große Tanzfest” ein Dokumentationsfilm mit weitem und detailverliebtem Blick, mit schöner Sprache und einer unbändigen Lust am Tanzen und Leben und wunderbarer Musik (und in meinem Fall mit einem fantastischen und sehr verbundenen Kinopublikum, das nicht und nicht gehen wollte :-)….)

Raunachtsabschied

7. Jänner 2019

Nun ist sie um – die Raunachtszeit, die Zeit des Rückzugs, der Pause, der Herausgenommenheit aus dem üblichen Getriebe. Hat gut getan:  die Reduktion, das Nicht-müssen macht innerlich ein bisschen freier.

Nun darf nach Herzenslust und ohne Überforderung erträumt werden, was das Jahr so bringen könnte. Visionen auf die Waage legen, mit Leichtigkeit aufwiegen , verwerfen, umschichten, den Phänomenen Sog, Druck, Schub nachspüren und eine feine Mischung wählen und austarieren- dafür ist bis Lichtmess Anfang Februar Zeit.

Die Dankbarkeit für ein gutes soziales Netz ist groß, der Wunsch nach mehr Menschenfreundlichkeit und weniger Bemessung und Beschneidung ebenfalls. Aufmerksamkeit und Achtsamkeit ist gefordert und die Zuversicht will kultiviert werden. Die Bedingungen für künftige Wirklichkeiten entstehen im eigenen Herzen.

 

 

Wintersonnwend

22.12.2018

Empfindsame Tage, lange Nächte, die Wintersonnwendzeit ist da, mit einem Vollmond noch dazu. Einbremszeit vor Weihnachten ist schon was Feines. Für Schlaf sorgen, das Gemächliche zelebrieren, ein bisserl “Nestln”. Die Vorbereitungen im eigenen Tempo machen, den “Hudriwudri” in den Arm nehmen und ein bisschen beruhigen.

Die viele Dunkelheit erschwert das Sehen, macht das Hören und Spüren zu einer Not-Wendigkeit. Und alles ein bisschen langsamer und aufmerksamer als sonst.

Habt eine feine Zeit, ihr Menschen da draußen, seid gut zu euch und zu den anderen. Dem Licht eine Bühne geben, dem kleinen Licht.

 

 

 

 

Ein Engel meint es gut

7. Dezember 2018

Die propagierte stillste Zeit im Jahr zeigt sich (wieder einmal) in einer Dichte, die ihresgleichen im Jahresverlauf sucht. Die Termine drängen sich und die Notwendigkeiten, als gäbe es nach Weihnachten keine Zeit mehr  und kein Weiterleben…. Dieses tiefe Bedürfnis abzuschließen, fertigzubringen, einzuziehen (ein Hallo an alle HäuslbauerInnen und RenoviererInnen! ) hat vermutlich damit zu tun, dass wir Platz schaffen wollen für das Neue, das Licht, das sich ankündigt und niederlassen will, für die Zeit des Erträumens  eines neuen Jahres.

Der Witz und die Krux dabei: Weiterradeln schafft weder Zeit noch Raum. Auf- hören (auf- horchen) ist in diesem Zusammenhang das Gebot der Stunde und Herausforderung gleichermaßen. Nicht dass ich darin besonders gut wäre – so rede ich mir selber gut zu und bin mir Aufforderung: hör auf, hör hin, hör zu!

Klingt streng!

Hör auf dich, hör hin zu deinem Herzen, hör deiner inneren Stimme zu – sagt der Engel – sehr sanft und gar nicht streng. Und findet ein Gedicht.

 

In erschreckender

Sanftheit

senkt der Abend

sich

mit dem Steigen des Mondes

sinke auch ich

umfangen

von Dunkelheit

 

Die Nacht

sie kleidet mich

darin beweg ich mich

gut und gerne

 

meinem Grund zu

meinem Boden

 

Worte

Gelächter

Gerede

Gerüchte

 

Sie bilden den

glitzernden

Sternensaum

meines

indigoblauen

Nachtkleids

 

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