Garten im Winter
22. Dezember 2022
…und glaub ja nicht,
dass der Garten im Winter seine Ekstase verliert.
Er ist still.
Aber die Wurzeln sind aufrührerisch,
ganz tief da unten.
Rumi
Garten im Winter
22. Dezember 2022
…und glaub ja nicht,
dass der Garten im Winter seine Ekstase verliert.
Er ist still.
Aber die Wurzeln sind aufrührerisch,
ganz tief da unten.
Rumi
Ort des Treffens
18. Dezember 2022
Jenseits von richtig und falsch
liegt ein Ort.
Dort treffen wir uns.
Rumi
Vertrauen kultivieren
15. Dezember 2021
„Versuche nicht, den Veränderungen zu widerstehen, die auf dich zukommen. Lass stattdessen das Leben durch dich leben. Und mach dir keine Sorgen, dass dein Leben auf den Kopf gestellt wird.
Woher weißt du, dass die Seite, an die du gewöhnt bist, besser ist als die, die kommt?“
Rumi
Nothing more to say!
Berüchtigt
8. Mai 2021
Viele Jahre lang war mir der Muttertag egal, dann kam die Zeit, in der unser Bildungssystem unsere Kinder beauftragte, am Muttertag allerlei Selbstgebasteltes zu verschenken, das ich abwechselnd mit Gleichmut und Rührung, aber jedenfalls immer mit gemischten Gefühlen entgegennahm.
Dann bin ich ja auch schon noch viel länger Tochter. Aus dieser Rolle heraus war Muttertag oft mit Verpflichtung, dem (Selbst-) Anspruch, irgendwelche Erwartungen zu erfüllen, mit Widerstand und jedenfalls immer mit gemischten Gefühlen verbunden.
Heute sucht mich dieses Konglomerat an alten Gedanken schon den ganzen Nachmittag heim…
Jetzt bin ich eben von einem langen Spaziergang durch Auwälder, Obstwiesen und dem Gehen am Fluss heimgekommen, ein bisschen in kämpferischem Aufruhr.
Ja, wir sind Mütter, ja, es ist uns vieles gelungen im Leben mit unseren Kindern, nicht alles ist uns geglückt, hinterher sind wir schlauer.
Aber ich hab da unlängst einen Text gefunden und der legt die ermatteten Reste des Muttertiers in mir irgendwie lahm (bildhaft gesprochen…)
Vergiss Sicherheit.
Lebe, wo du fürchtest zu leben.
Zerstöre deinen Ruf.
Sei berüchtigt.
(angeblich vom Sufi- Meister Rumi, womöglich originell übersetzt, aber ich nehme, was ich kriegen kann!)
In diesem Sinne:
Die Lust meinen Ruf zu zerstören, die Sicherheiten aufzugeben, morgen mit grellroten Lippen die Muttertagsstäuße als Heuchlerbesen zu entlarven, mich draufzuschwingen, einen Schluck vom Gin-Tonic zu nehmen und dann mit eleganter Kurve in einen lustvollen und lebendigen Tag abzudrehen, ist ungebärdig und ungebändigt. Wer wir wohl wären, hätten wir keinen Ruf zu verlieren, wären wir frei von Sicherheitsdenken und berüchtigt…..
Aaaahhhh, welch magische und erhebende Vorstellung, ich sehe uns alle bildhaft vor mir, so eine Freude, so eine Kraft, so ein Feuer!
Wurzelpflege
24. Dezember 2017
Jetzt sind wir am Ende dieses Jahres angelangt. Die nächsten Tage und Nächte sind einer anderen Welt geschuldet: die Raunächte räumen auf. Sie ordnen, sortieren und erlauben: lassen statt tun ist nun wirklich Programm. Gut sein lassen, was gut war, dem Nichtgelungenen in die Augen sehen und es verabschieden. Ins Eigene sinken, in die Tiefe des Wurzelwerks, das Nahrhafte aus dem Dunkel bergen und der Geborgenheit Raum geben. Dazu gehört es eben auch, in die Herkunftsfamilien einzutauchen und diesen Wurzeln nachzuspüren und nachzugehen, auch hier das Gelungene würdigen, das Ungelöste sehen und wohl auch aushalten – und – große Kunst: es nicht jetzt lösen wollen, dazu sind die Raunächte meiner Erfahrung und meines Erachtens nicht angetan….
Ich wünsche mir und euch: gelingende Begegnungen, das Gefühl von Verbundenheit, die Entdeckung des Lichts in der Tiefe, die eine oder andere Sternstunde ∗
Vor ein paar Tagen habe ich ein besonderes Geschenk bekommen, das mich in der Tiefe meines Herzens berührt hat, ich schenke es euch weiter: das Wurzelbild in fantastische Sprache gefasst von dem großen Sufi- Dichter Rumi:
„Und glaub ja nicht, dass der Garten im Winter seine Ekstase verliert.
Er ist still.
Aber die Wurzeln sind aufrührerisch,
ganz tief da unten.“