„Wie Lernen und Lehren, Entwicklung und Wandel auf lustvolle, achtsame, ganzheitliche und gedeihliche Weise gelingen kann, ist und bleibt mein persönlicher Forschungs- und Entwicklungsraum.“ (Martha, 2017)

Ich habe in jungen Jahren den Luxus von 7 Turnstunden in der Woche im Rahmen der Sporthauptschule ge­nos­sen, aber auch die Schattenseiten eines sehr wertenden und leis­tung­sori­en­tierten Blicks auf den Körper erfahren.

„Erweckung“ und Inspiration

Die Ausbildung zur Kinder­garten­päda­gogin hat die Liebe zur Musik und zur Sprache in mir geweckt und mir eine solide didaktische und päda­go­gische Ausbildung ermöglicht, mich mit Ler­nen und Lehren auf eine Weise vertraut gemacht, die für mich so interessant war, um auf diesem Weg weiterzugehen. „Erweckungserlebnisse“ in dieser Zeit waren die Aufforderung meiner Zei­chen­lehrer­in, die Welt durch Toulouse-Lautrecs Brille zu betrachten, die Begegnung mit Jazz und zeit­genössischer Musik und das Ein­tauch­en in andere Welten über Lyrik und Literatur.

Teamarbeit

Selbstreflexion und konstruktives Arbeiten im Team habe ich in dieser Zeit im Rahmen des Jugendzentrums STUWE und bei meiner ehren­amt­lichen Arbeit in der KSJ (Katholische SchülerInnen Jugend) kennen­gelernt, prägende und sehr brauchbare Er­fahr­ungen!

Verbindung von Bewegung, Musik und Sprache

Nach einem Jahr als Kinder­garten­pä­da­go­gin, das mich mit den (sehr heraus­fordernden) Rahmenbedingungen für frühkindliche Bildung bekannt gemacht hat, gelang die Aufnahme ans Bruck­ner­konser­vator­ium zum Studium der Elementaren Musikpädagogik. Die Kunst der Verbindung von Bewegung, Musik und Sprache war von da an mein Entwicklungs­bereich und Anliegen.

Bodenhaftung mit Methode

Am Konservatorium machte ich auch Bekanntschaft mit der Felden­krais­methode ®, zu der ich ein Referat halten musste und die mir Dagmar Appel in der angebotenen Lehr­veran­stalt­ung, die praktisch aus­schließlich auf dem Boden liegend stattfand, auf so unnachahmliche und humorvolle Art näherbrachte. 

Lehren und Lernen

Nach Abschluss der Ausbildung begann ich an der Bildungsanstalt für Kinder­garten­pädagogik (BAKIP) als Block­flöten­lehrer­in und später auch als Lehrende für Rhythmik zu arbeiten. Die Geburt meiner zwei Kinder und ein Lehrgang für Gestaltpädagogik prägten diese Zeit.

Von 2002 bis 2006 entschloss ich mich schließlich zum Felden­krais­training, das ich in Wien bei Jeremy Krauss, Beatriz Waltherspiel, Garet Newell, Carl Ginsburg und Ned Dwelle absolvierte. Prägend für mein Arbeiten ist ebenso Yehudith Silver, bei der ich die Fortbildung „Under the Oak“ machte.

Unzufriedenheit mit dem Schulsystem und eine gewisse Müdigkeit verursacht durch Rahmenbedingungen, die ich als lern­feindlich, zermürbend und be­zie­hungs­hinderlich erlebte, haben mich zu einem Bildungskarenzjahr 2013/14 bewogen.

Ich entschied mich  zum Master­studium der Elementaren Musik­pä­da­go­gik, welches neue Erfahrungen zu meinem individuellen Lernen und große Lust am Gestalten und Reflektieren für mich bereithielt.

Freude am künstlerischen Tun und am theoretischen Diskurs

So beschloss ich das Masterstudium im Sommer 2015 mit einer theoretischen Arbeit zu somatischem Lernen und Aspekten der Bindungstheorie und deren Einfluss auf gelingenden Instrumental- und Musikunterricht („Spielst du mir das vor?“) und einer praktisch – künstlerischen Arbeit zum Thema des europäischen Lebensrades nach Ursula Seghezzi.

Diese künstlerische Arbeit verband viele Aspekte meines Denkens und Arbeitens: die pädagogische Arbeit in Gruppen, die Verbindung von Bewegung, Musik, Sprache und künstlerischem Ausdruck, die Aus­einander­setzung mit alternativen Welt- und Menschenbildern, der Wandel und seine Gesetzmäßigkeit, die Reflexion von Prozessen und das Eingebettetsein in ein wunderbares und inspirierendes Team.

Wie Lernen und Lehren, Entwicklung und Wandel auf lustvolle, achtsame, ganz­heitliche und gedeihliche Weise gelingen kann, ist und bleibt mein persönlicher Forschungs- und Ent­wick­lungs­raum. Die Arbeit mit dem Leib, mit Bewegung, Sprache und Musik sind mir dabei liebgewordene Mittel und Wege.